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RUHR2010 ODYSEE EUROPA mit dem polnischen Regisseur GRZEGORZ JARZYNA
Ruhrgebiet
Sa 27.02.2010 - So 28.02.2010
Schauspiel Essen, Schauspielhaus Bochum, Theater Oberhausen, Theater an der Ruhr, Schlosstheater Moers, Schauspiel Dortmund Tickethotline:+49 (0)180 515 2010
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1. Tag: Beginn 10:30 Uhr, Schauspiel Essen
Schauspiel Essen: „Areteia“: Text und Regie: Grzegorz Jarzyna
Schauspielhaus Bochum: „Der elfte Gesang“
Text: Roland Schimmelpfennig, Regie: Lisa Nielebock
Theater Oberhausen: „Penelope“
Text: Enda Walsh, Regie: Tilman Knabe
2.Tag: Ende ca. 21:30 Uhr, Schauspiel Dortmund
Theater an der Ruhr: „Sirenengesang“
Text: Péter Nádas, Regie: Roberto Ciulli
Schlosstheater Moers: "Perikizi"
Text: Emine Sevgi Ozdamar, Regie: Ulrich Greb
Schauspiel Dortmund: „Odysseus, Verbrecher. Schauspiel einer Heimkehr“
Text: Christoph Ransmayr, Regie: Michael Gruner
Die Odyssee ist einer der ältesten überlieferten Texte der abendländischen Kultur. Sie ist Abenteuerroman, Heldenepos, Liebesgeschichte und Familiendrama in Einem. Für die sechs Autoren aus Polen, Ungarn, Österreich, Irland, Deutschland und der Türkei stellte sich die alte Frage neu: War Homer eine geschichtliche Person oder ein Autorenkollektiv? So wie er in den genialischen Gesängen über den Abenteurer Odysseus frei nach fremden Stoffen griff, lassen sie in ihren Heim-, Traum- und Satyrspielen die Homerschen Figuren aus ihren Geschichtenüberraschend aktuell heraustreten. Die Odyssee Europa wird von den starken Positionen der Autoren und Regisseure leben und völlig unterschiedliche Handschriften integrieren. In den sechs Episoden aus dem Leben des Grenzgängers Odysseus tauchen Bilder von sprechenden Ruinen, verschobenen Grenzen und unsicheren Zentren auf - ein modernes Mythenfeld für Gewinnfantasien und Verlustängste aller Art.
Die Metropole Ruhr ist wie geschaffen als Schauplatz für eine zeitgenössische Neuerzählung der Odyssee: Hier summieren sich die Fragen zum Zukunftsprojekt Europa. Wie organisieren wir unser Zusammenleben in einer Welt, die unablässigem Wandel unterworfen ist? Reagieren Kunst und eine veränderte Wirklichkeit aufeinander? Kulturen neigen zur Abgrenzung nach außen: Wie kann das Theater der Gegenwart zur Öffnung einer Gesellschaft beitragen? Der Abenteurer und Heimkehrer Odysseus wird zur Chiffre des modernen Europäers, für den sich durch die Begegnung mit dem Fremden die Frage nach der Identität mitneuer Schärfe stellt.
Auch wenn das Ruhrgebiet so ziemlich das genaue Gegenteil vom blauen Mittelmeer zu sein scheint, so wird doch auch eine Reise von Dortmund nach Moers schnell zu einer abenteuerlichen Irrfahrt. Wie einstmals Odysseus auf seiner Reise durch das Mittelmeer, so verfolgen einen auch an der Ruhr rätselhafte Begegnungen mit fremden Welten und alten Zeiten, die immer wieder überraschende Perspektiven eröffnen. Sei es auf Wasserstraßen entlang der letzten Industrieanlangen, sei es in Zechen und Stahlwerken, die schon lange ganz andere Schätze beherbergen und neue Geschichten erzählen, sei es in grünen Oasen oder innovativen Zentren für Kultur und Kunst: die Metropole Ruhr ist immer anders und immer ein Abenteuerwert. Es gilt sie zu entdecken und sich auf den Weg zu machen. Doch die wichtigste Begegnung ist heute wie damals die zwischen Menschen, die sich treffen und sich ihre Geschichten erzählen: Die Menschen dieser Region, die mit ihren Erfahrungen das Leben und die Kultur an der Ruhr prägen, öffnen als Gastgeber ihr Haus und laden die Reisenden der „Odyssee Europa“ ein, bei ihnen zu übernachten, und stehen ihnen zur Seite auf dieser abenteuerlichen Reise.
So verbindet die „Odyssee Europa“ nicht nur sechs spannende Premieren und Inszenierungen von wichtigen Autoren und Regisseuren Europas, sondern ist auch eine einmalige Reise, die die Zuschauer durch die Theater und die neue Welt an der Ruhr führt.
Odyssee Europa ist ein gemeinsames Projekt von Schauspielhaus Bochum, Schauspiel Dortmund, Schauspiel Essen, Schlosstheater Moers, Theater an der Ruhr Mülheim, Theater Oberhausen, raumlaborberlin und der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010.
SCHAUSPIEL ESSEN
ARETEIA
von Grzegorz Jarzyna
So weit man auch reist und so lange man auch fort war und glaubte, ein Anderer zu sein â?? kommt man nach Hause zu den Eltern, ist es so, als sei man nie weg gewesen. Es bleiben dieselben Fragen, dieselben Wunden und dieselben Verletzungen. Der polnische Regisseur, Intendant und Autor Grzegorz Jarzyna inszeniert am Schauspiel Essen eine ungewöhnliche Bearbeitung des ersten Teils der Odyssee. Odysseus wird darin mit seinem Sohn und seinem Vater konfrontiert. Was wissen und erwarten sie voneinander? Drei Männer ringen und kämpfen gegen die allmächtigen Schatten der anderen. Da können sich selbst die Götter, gespielt von drei polnischen Schauspielern, nur mit göttlichem Humor und großer Weitsicht retten. Und Penelope, die vierte polnische Kollegin im Ensemble, hat nicht viel zu sagen, doch sieht sie alles.
Inszenierung: Grzegorz Jarzyna
Bühne und Kostüme: Magdalena Maciejewska
Video: Bartek Macias
Musik: Jacek Grudzien
Lichtdesign: Jaqueline Sobiszewski
Dramaturgie: Rita Czapka, Sabine Reich
Mit: Marcin Czarnik, Andreas Grothgar, JürgenHartmann, Katarzyna Herman, Sandra Korzeniak, Raiko Küster, Georg Marin, Dietrich Mattausch, Jan Peszek, Kristina-Maria Peters, Krunoslav ?ebrek, Stephan Ullrich
Internetseite von "Odyssee Europa"
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