ZBIGNIEW-HERBERT-JAHR 2008 Musikalisch-literatische Soirée mit der Poesie von Zbigniew Herbert
und Werken von Chopin, Stolpe, Dvorak und Schubert
VHS Düsseldorf, Raum 3.51, Bertha-von-Suttner-Platz, Düsseldorf
Mi 03.12.2008 - Mi 03.12.2008, 19.00 Uhr VHS Düsseldorf, Bertha-von-Suttner-Platz, Düsseldorf
Zbigniew Herbert, geboren 1924 in Lwów/ Lemberg, gestorben 1998 in Warschau, war polnischer Lyriker und Essayist, Autor von Dramen und Hörspielen, ein Schriftsteller von außergewöhnlicher künstlerischer und moralischer Autorität mit einem enorm umfangreichen literarischen Werk. Seine Biographie ist auf tragische Weise mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts verbunden. Im 2. Weltkrieg nahm er am Widerstandskampf der „Heimatarmee“ teil, in Lemberg erlebte er die sowjetische und deutsche Besatzung. 1950 debütierte er als Lyriker, doch sein erster Gedichtband (Lichtsaite) wurde erst 1956 veröffentlicht. Er verbrachte längere Zeit im Ausland (u.a. in Paris, Berlin, Italien, Griechenland). 1981 kehrte er nach Polen zurück und lebte bis zu seinem Tod in Warschau. Herbert ist Träger vieler internationaler Auszeichnungen, seine Werke wurden in 35 Sprachen übersetzt.
Der Schlüssel zum Verständnis von Herberts Lyrik sind die Kategorien von Vermächtnisverlust, Ironie und Treue. Ob er in seinem Schaffen antike und mythologische Motive aufgriff, Ausschnitte des polnischen Alltags festhielt oder auf die politische Situation anspielte, die wichtigste Komponente seiner Betrachtungsweise blieb immer die Ironie. Die in den 70er Jahren geschaffene Figur des melancholischen Herrn Cogito und seine philosophischen Reisen zwischen Kompromisslosigkeit und Zweifel zeigten Herberts Verhältnis zu Ethik, Ästhetik und Macht und stellten die fundamentalen Fragen der menschlichen Existenz.
Foto: Zbigniew-Herbert-Archiv der Nationalbibliothek Warschau