Twisted Entities. Zeitgenössische polnische Kunst im Museum Morsbroich

So 27.01.2013 - So 28.04.2013 Vernissage: Sonntag, 27.01.2013, 12.00 Uhr
Gustav-Heinemann-Str. 80, 51377 Leverkusen, Telefon: +49 (0)214 85556-0, museum-morsbroich@kulturstadtlev.de

Link zum 3Sat-Beitrag über die Ausstellung:
http://www.3sat.de/mediathek/index.php?display=1&mode=play&obj=34538

Das Verb „to twist“ bezeichnet zunächst, aus dem Englischen kommend, eine drehende oder auch sich windende und wickelnde Bewegung. Es kann aber auch in bestimmten Kontexten die Konnotation einer überraschenden Wendung und die Vorstellung einer Ver- oder Überdrehung annehmen. In diesem Zusammenhang wird immer auch die Regel, die Norm und mithin das sie bestimmende kulturelle Ordnungssystem reflektiert, das durch die Aktion des Drehens oder gar Verdrehens aufgehoben oder gebrochen wird.
Der Begriff „Entität“ hat lateinischen Ursprung und steht als Sammelbegriff für etwas Seiendes. Er umfasst damit neben Objekten und Subjekten auch Prozesse oder Räume. In der Ausstellung kann die Idee der Entität die Präsentationen von Körpern umfassen, die deformiert oder fragmentiert werden. Sie kann aber auch den Raum oder das Objekt betreffen, die perspektivisch verzogen, verdoppelt oder aufgebrochen werden, ebenso wie Prozesse sich ins Gegenteil verkehren können.

In diesem Doppelspiel der Verdrehung des Seienden, das einerseits die Regel, die es bricht reflektiert, um sie dann zu hintergehen, zeigt die Ausstellung eine Reihe zeitgenössischer polnischer Künstlerinnen und Künstler, die in ihren Arbeiten die (Über)Dehnung und Aufhebung, das Verziehen und Aufbrechen, das Fragmentieren und Umkehren, das (Über)Spannen und Erschlaffen sowie das Verdoppeln und das Ad-Absurdum-Führen von Prozessen, Räumen und Körpern hinterfragen.
Räume werden dekonstruiert, aufgebrochen, verschoben, auf den Kopf gestellt und verdreht. 
Körper werden zerlegt, gezwängt, deformiert, verdoppelt und überdreht.
Prozesse werden ad absurdum geführt, gestoppt, hintergangen und „abgebogen“.
Dass gerade in der zeitgenössischen polnischen Kunst Künstlerinnen und Künstler mit diesem Thematiken arbeiten, mag in der sensiblen Rolle begründet sein, die das Land beim grundlegenden gesamtgesellschaftlichen Wandel der ehemaligen Ost-West-Verhältnisse am Beginn der 1980er Jahre gespielt hat.

An der Ausstellung sind beteiligt (Stand Oktober 2012) Wojciech Bakowski, Miroslaw Balka, Michal Budny, Aneta Grzeszykowska, Zuzanna Janin, Maciej Kurak, Robert Kusmirowski, Agata Madejska, Jan Mioduszewski, Anna Molska, Marzena Nowak, Konrad Smolenski, Monika Sosnowska und Honza Zamojski.

Kuratorin der Ausstellung ist Stefanie Kreuzer.


Gefördert durch die Kunststiftung NRW und die Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda Bank West.
In Kooperation mit dem Polnischen Institut Düsseldorf.

Museum Morsbroich, Leverkusen: http://www.museum-morsbroich.de/index.php?id=vorschau
Gustav-Heinemann-Str. 80, 51377 Leverkusen, Telefon: +49 (0)214 85556-0, museum-morsbroich@kulturstadtlev.de  

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