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Polnische Geschichte und deutsch-polnische Beziehungen

Fr 17.02.2012 - Fr 13.04.2012 Ausstellungseröffnung: 17.02.2012, 19.15 Uhr
Gerhart-Hauptmann-Haus, Deutsch-osteuropäisches Forum, Bismarckstr. 90, D-40210 Düsseldorf, Tel. 0211/16991-0, www.g-h-h.de

Die Geschichten Deutschlands und Polens sind seit Jahrhunderten auf das Engste miteinander verwoben. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern waren aber nicht, wie oft dargestellt, vor allem von Kriegen und Konflikten geprägt. So ist die über tausendjährige deutsch-polnische Nachbarschaft – neben tragischen Ereignissen – auch durch lange Perioden des friedlichen Mit- und Nebeneinanders gekennzeichnet. Vielmehr führten Migrationen, Eheschließungen und Arbeitsaufenthalte im Verlauf der Jahrhunderte zu intensiven deutsch-polnischen Verwandtschafts- und Freundschaftsbeziehungen, von denen allein die Vielzahl deutscher Nachnamen in Polen und polnischer Nachnamen in Deutschland zeugen. Manche der heute in beiden Ländern vorherrschenden Stereotypen sind vor allem ein Ergebnis der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstandenen Nationalismen. Allerdings sind diese Vorurteile oft nur schwer zu überwinden und beruhen häufig auf Unwissen. Polen bleibt für viele Deutsche auch derzeit ein weitgehend unbekanntes Land.

Informationen und Kenntnisse über unseren direkten Nachbarn den Deutschen näher zu bringen, ist die Aufgabe des Deutschen Polen–Instituts in Darmstadt, das 1980 von dem Übersetzer Karl Dedecius und der Publizistin Marion Gräfin Dönhoff mitbegründet wurde und sich heute als Forschungs-, Informations- und Veranstaltungszentrum der polnischen Kultur, Geschichte, Politik, Gesellschaft und den deutsch-polnischen Beziehungen im europäischen Kontext widmet. Ein neuer Arbeitsschwerpunkt ist dabei die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien.

So legten 2007 die Mitarbeiter, Dr. Matthias Kneip und Manfred Mack, das Lehrwerk »Polnische Geschichte und deutsch-polnische Beziehungen« vor, auf dessen Basis die Autoren diese Dokumentarausstellung konzipierten.

Auf 18 Schautafeln werden ausgewählte historische Ereignisse präsentiert, die für Polen und das deutsch-polnische Verhältnis in den letzten 1000 Jahren von Bedeutung waren und für das Verständnis der aktuellen Beziehungen wichtig sind. So informiert die Ausstellung u. a. über die mittelalterliche deutsche Ostsiedlung und die Herrschaft des Deutschen Ordens; Themen, die unzählige Kontroversen und Polemiken hervorgebracht haben. Behandelt wird das »goldene Zeitalter« der polnischen Adelsrepublik und ihr Niedergang, der Verlust der Staatlichkeit bis zum Ende des Ersten Weltkrieges, das deutsch-polnische Verhältnis nach dem Versailler Vertrag. Auch werden das Schicksal Polens im Zweiten Weltkrieg sowie die Aspekte von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung dokumentiert.

Einzelne Etappen der neueren deutsch-polnischen Beziehungen, beginnend mit der Ostpolitik Willy Brandts bis in die Gegenwart, runden die Dokumentation ab.

Die zweisprachige Ausstellung wurde bereits erfolgreich in zahlreichen Schulen und Institutionen in Deutschland und Polen gezeigt.

Eröffnung: Freitag, 17.02.2012 - 19.15 Uhr

Es sprechen:

PD Dr. Winfrid Halder; Direktor des Gerhart-Hauptmann-Hauses

Manfred Mack, Deutsches Polen-Institut Darmstadt

Gefördert von der Robert Bosch Stiftung.

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