HEART OF DARKNESS Joseph-Conrad-Festival

Mi 04.10.2017 - Di 28.11.2017 Filmmuseum Düsseldorf, kino Black Box und Universität Bochum

HEART OF DARKNESS
Joseph-Conrad-Festival anlässlich des 160. Geburtstages des Schriftstellers
September – November 2017

Was haben King Kong und „Apocalypse Now“, Andrzej Wajda und „Alien“ gemeinsam? Was verbindet Stephen King mit Bob Dylan und Iron Maiden mit Alfred Hitchcock? Die Antwort auf diese Fragen lautet: Joseph Conrad.

Joseph Conrad, eigentlich Józef Teodor Nałęcz Konrad Korzeniowski, wäre in diesem Jahr 160 Jahre alt geworden. Der Autor von „Lord Jim“, „Nostromo“ und „Herz der Finsternis“ war der polnischste unter den englischen und der englischste unter den polnischen Schriftstellern. Seine Werke haben bis heute nichts an Aktualität verloren und dienen immer wieder als Inspiration für Filmemacher, Schriftsteller, Musiker und Künstler.
Anlässlich des Joseph-Conrad-Jahres 2017 widmet das Polnische Institut Düsseldorf dem Schriftsteller und seinem Werk eine Reihe von Veranstaltungen. Diese zeigen eine Conrad-Rezeption, in der sich immer wieder Popkultur und existenzielle Fragen vermischen.

Auf dem Programm stehen eine Ausstellung, Filmreihe, Lesung und Konferenz.

Heart of Darkness beim Festival hier! Lesung
Joseph-Conrad-Abend mit Schauspieler Kai Schumann. Moderation: Dr. Mario Bührmann
SA 23.09. 19:30, Altes Lehrerhaus Lünern
Lünerner Schulstr. 9, 59427 Unna

Der Passagier der Nostromo Ausstellung
MI 4.10. 20:00 Eröffnung
Dauer der Ausstellung: 4.10 – 14.11.2017
Filmmuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf, Schulstr. 4, 40213 Düsseldorf

Heart of Darkness Filmreihe
MI 4.10. 20:00 | SO 15.10. 15:00
The Shadow Line von Andrzej Wajda
Begrüßung: Lidia Helena Jansen und Monika Werner.

SA 14.10. 20:00 | SO 22.10. 18:00
Apocalypse Now von Francis Ford Coppola

MI 11.10. 20:00
The Duellists von Ridley Scott

MI 18.10. 20:00 | SO 22.10. 16:00
Aguirre, der Zorn Gottes von Werner Herzog
Einführung: Dr. Mario Bührmann

FR 6.10. 20:00 | SO 15.10. 17:30
Sabotage von Alfred Hitchcock

Black Box Kino im Filmmuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf, Schulstr. 4, 40213 Düsseldorf

Joseph Conrad under Eastern Eyes Konferenz
DI 28.11. 15:00 – 18:00
Ruhr-Universität Bochum, Veranstaltungszentrum Beckmannshof, Seminarraum Shanghai

Berühmte Regisseure wie Ridley Scott (Alien), Andrzej Wajda (The Shadow Line) oder Francis Ford Coppola (Apocalypse Now) adaptierten Conrads Werke. Literaturnobelpreisträger, darunter Gabriel Garcia Marquez und V.S. Naipaul ließen sich ebenso von Conrad inspirieren wie Bestsellerautoren, u.a. Stephen King. Seine literarischen Texte wurden in die Sprache der Musik, der Oper und des Comics übersetzt. Letzteres motivierte Krzysztof Ostrowski, den polnischen Grafiker und Comicautor, dazu, Joseph Conrads außergewöhnliches Leben und seinen Einfluss auf die Kultur unserer Zeit in Comic-Sprache und damit insbesondere für ein junges Publikum zu erzählen. Die Ausstellung „Der Passagier der Nostromo“ präsentiert gewissermaßen einen „Conrad für Anfänger“, zeigt die wichtigsten Fakten aus seinem Leben und Schaffen und seine starke Präsenz in der Kultur und Kunst.
Den Anfang bildet eine Reihe von Einstellungen zu den wichtigsten Fakten aus Conrads Leben und Schaffen. Von Berdytschew, seinem Geburtsort in der heutigen Ukraine gelangen wir über Warschau nach Marseille und später nach London, wo Conrad zunächst das Leben eines Seemanns und später das eines Schriftstellers wählt. Wir segeln mit ihm auf unterschiedlichen Schiffen, wir lernen sein Leben und seine Laufbahn kennen. Der zweite Teil der Ausstellung widmet sich Conrads Anwesenheit in der Popkultur – von der Verfilmung des Romans „Sieg“ (1919) bis zum Film „Kong: Skull Island“ (2017). Ostrowski verfolgt Conrads Einfluss in Oper, Kino, Musik und Computerspielen.

Krzysztof Ostrowski ist Grafiker, Comicautor, Regisseur und Sänger - Frontmann der Rockband Cool Kids of Death. Er veröffentlichte u.a. die Comics „Plastelina“ (Plastellin) und – gemeinsam mit Denis Wojda – „Nadzwyczajni. Pantofel panny Hofmokl“ (Die Außergewöhnlichen. Der Pantoffel des Fräulein Hofmokl), illustrierte die Erstausgabe von Dorota Masłowskas Debütroman „Schneeweiß und Russenrot“. Ostrowski lehrt an der Akademie der Schönen Künste in Łódź.

Die Ausstellung entstand im Auftrag des Buchinstituts (Instytut Książki), eine dem polnischen Minister für Kultur und Nationales Erbe unterstehende Kulturinstitution, die das Lesen im Inland und die Verbreitung polnischer Literatur im Ausland fördern soll.
Ort: Filmmuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf

JOSEPH CONRAD UNDER EASTERN EYES Konferenz in englischer Sprache

Joseph Conrads Ruhm gründet sich auf Romane, die sich durch eine modernistische Erzähltechnik auszeichnen und die problematischen Seiten des britischen See-Imperiums darstellen. Weniger bekannt ist, dass er polnischer Adliger war und seine Berufung zum englischsprachigen Schriftsteller erst spät und auf Umwegen fand.
Die Vortragsveranstaltung widmet sich den osteuropäischen Kontexten von Conrads Werk und versammelt dafür Beiträge von Philologen aus Deutschland und Polen. Es wird sowohl um Conrads Auseinandersetzung mit Russland gehen als auch um seine tiefen Verbindungen mit der polnischen (Volks-) Kultur.
Gastgeber: Prof. Dr. Mirja Lecke, Prof. Dr. Burkhard Niederhoff (Slavistik bzw. Anglistik, RUB)
Teilnehmer: Prof. Dr. Christiane Maria Binder (Anglistik, TU Dortmund), Prof. Dr. Wiesław Krajka (Anglistik, Universität Lublin), Prof. Dr. Anna Brzozowska-Krajka (Polonistik, Universität Lublin)
Ort: Ruhr-Universität Bochum, Veranstaltungszentrum Beckmannshof, Seminarraum Shanghai
http://www.ruhr-uni-bochum.de/universaal/raumuebersicht/beckmannshof.html.de


Joseph Conrad, eigentlich Józef Teodor Konrad Korzeniowski, wurde am 3. Dezember 1857 als Sohn polnischer Landedelleute in Berdytschiw (heute Ukraine) geboren. Er starb am 3. August 1924 in Bishopsbourne/ Kent in Großbritannien. Nach dem Tod der Eltern wohnte er bei seinem Onkel in Krakau und besuchte dort ein Gymnasium. Als Siebzehnjähriger ging er nach Marseille, um Seemann zu werden und bereiste die Welt als Schiffskapitän. Conrads Erlebnisse zur See, insbesondere im Kongo und auf den Malaiischen Inseln, bilden den Hintergrund seines Werkes. Bereits 1895 veröffentlichte er auf Englisch seinen ersten Roman „Almayers Wahn“ (Almayer’s Folly). 1886 erhielt er im Alter von 30 Jahren die britische Staatsbürgerschaft. Aus gesundheitlichen Gründen gab er sein Seemannsleben auf und ließ sich in Großbritannien als Schriftsteller nieder. Lange Zeit war er auf Gönner angewiesen. Erst 1914 hatte er seinen literarischen Durchbruch mit „Spiel des Zufalls“ (Chance).
Mit seinen Kurzgeschichten, Erzählungen und Romanen gilt er als Wegbereiter der literarischen Moderne in England, obwohl er die englische Sprache erst als Erwachsener erlernte, und Meister der Motiven des Meeres in der Literatur. Zu seinen berühmtesten Texten gehören u.a. „Lord Jim“ (1900) und „Das Herz der Finsternis“ (Heart of Darkness, 1902). All seine Werke lassen sich als europäische Literatur lesen, da der Schriftsteller als Mensch nicht nur einer, sondern dreier Kulturkreisen gilt: der polnischen, französischen und britischen. Er ist Sohn polnischer Patrioten, der den romantischen Dichter Juliusz Słowacki sehr schätzte, aber auch ein Europäer, der die Handlung seiner Texten auf der ganzen Welt ansiedelte.

HEART OF DARKNESS Filmreihe

The Shadow Line von Andrzej Wajda
PL GB 1976 • 100 min • englische Fassung
Ein junger Seemann gerät auf seiner ersten Fahrt als Kapitän eines Seglers in Bedrängnis. Schlechte Wetterverhältnisse, ein marodes Schiff und der Ausfall der gesamten Mannschaft machen die Schiffsreise gefährlich und unsicher. Die Fahrt ist geprägt durch Krankheiten und Unwägbarkeiten. Im Gegensatz zu der Romanvorlage trägt die Hauptfigur in diesem Film den Namen Joseph Conrad, wodurch die autobiographische Leseart der Literaturvorlage betont wird. In englischer Sprache gedreht, ist der Film Wajdas aufwändigste Produktion.
„Wajdas Stil vermeidet barocken Exzess und zeigt alltägliche Ereignisse auf subtile Weise – gleichzeitig intim und extravagant. Die Dialoge passen sich der Stimmung, der Lichtsetzung und dem Wechsel der Tageszeiten an. All das macht den langsamen Zerfall der kleinen Gemeinschaft (das Lieblingsthema des Regisseurs), nur umso furchterregender.“(Freddy Buache)
Zur Eröffnung von Ausstellung und Filmreihe am 4. Oktober laden das Filmmuseum und das Polnische Institut Düsseldorf vor Filmbeginn zu einem Glas Sekt ein.
Begrüßung: Lidia Helena Jansen und Monika Werner.


Apocalypse Now von Francis Ford Coppola
USA 1979 • 153 min • DF
Nach der Aussage von Coppola ist sein Film stark von Werner Herzogs „Aguirre, der Zorn Gottes“ beeinflusst. Beide Filme sind inspiriert durch den Roman „Heart of Darkness“ von Joseph Conrad. Coppolas Antikriegsfilm strotzt nur so von einer differenzierten Tonmischung, die sich aus spezifischen Geräuschen und Tonzitaten (von The Doors bis zu The Rolling Stones) zusammensetzt.
„Es gibt Filme, die etwas zeigen, und ein paar davon machen das gut, die meisten eher schlecht. In den ersten Episoden können wir noch den Eindruck haben, auch dieser Film wolle uns etwas ‚zeigen‘ über den Krieg in Vietnam. Aber die erweiterte Fassung zeigt besser als die ursprüngliche, dass das nur eine kleine Finte am Anfang ist. Der Film ‚zeigt‘ nichts, und er ‚weiß‘ nichts, er zeigt immer weniger und weiß immer weniger. Er setzt sich selbst dem Verrücktwerden an diesem Krieg und dem Verrücktwerden an dieser Kultur aus.“ (Georg Seeßlen)


The Duellists von Ridley Scott
USA 1977 • 100 min • OF
Ridley Scotts Kostümfilm besticht durch eine kühle Inszenierung und ist sein erstes Meisterwerk, in dem der Zuschauer in eine andere Epoche mit spezifischen Werten eintauchen kann. Duellen liegt insofern eine Absurdität inne, da es sich dabei um sinnentleerte Rituale handelt, die sich auf einen gewissen Ehrenkodex beziehen.
Keith Carradine und Harvey Keitel spielen zwei Offiziere aus Napoleons Armee, die zehn Jahre lang in einer Reihe von brutalen Duellen kämpfen. Ausgelöst durch eine unbedeutende Nichtigkeit, eskaliert die Situation zur verzehrenden Passion.
In opulenter Bildgewalt seziert Scott die Duellisten. Dabei arbeitet er mal mit einer festen, mal mit einer sich frei durch den Raum bewegenden Kamera. Der Film wurde auf dem Cannes Filmfestival von 1977 als bester Debütfilm ausgezeichnet und basiert auf der Kurzgeschichte „The Duel“ von Joseph Conrad.


Aguirre, der Zorn Gottes von Werner Herzog
D 1972 • 91 min • DF
1650 in Peru in den Anden: Werner Herzogs Film beschreibt die Geschehnisse während eines spanischen Expeditionszuges auf der Suche nach „El Dorado“. In Teilen inspiriert durch Joseph Conrads Roman „Heart of Darkness“, erzählt Herzog eine Geschichte von Machtbesessenheit und Habgier, ein Epos voller Farben und körperbetont.
Die Figur Don Lope de Aguirre ist Klaus Kinski auf den Leib geschrieben und er spielt damit die Rolle seines Lebens – wuchtig und meisterhaft. Um die Dreharbeiten ranken sich zahlreiche Legenden und Anekdoten. Im Film selbst wird wenig gesprochen, viel wichtiger sind die Geräusche der Umgebung, des Urwaldes und der Zuschauer wird regelrecht in die Natur des Amazonasgebietes hineingesogen. Auf Spezialeffekte und Studioaufnahmen wird verzichtet. Der rohe Gesamteindruck prägt die besondere Ästhetik des Films und fesselt den Zuschauer sogartig im Kinosessel.

Einführung am 18. Oktober in der Black Box: Dr. Mario Bührmann
Studium der Philosophie, Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft und kulturwissenschaftlichen Anthropologie. Seit 2003 Lehrbeauftragter an der FU Berlin. Er untersucht u.a. den Stellenwert von Joseph Conrads Œuvre für einflussreiche Anthropologen und Kulturtheoretiker des 20. Jahrhunderts, wie etwa Bronisław Malinowski, Michel Leiris oder Edward Said.


Sabotage von Alfred Hitchcock
USA 1977 • 74 min • OmU
Hitchcock inszenierte in seiner britischen Periode einen Thriller nach dem Roman „The Secret Agent“ von Joseph Conrad. „Sabotage“ ist ein frühes Paradebeispiel für die wirkungsmächtige Erzählweise des „Master of Suspense“ und doch in seiner Frühphase eine wilde, rasante Achterbahnfahrt. Scheinbar führt Mr. Verloc einen ganz normalen Kinobetrieb, trotzdem steht er bei Scotland Yard schon lange unter Beobachtung. Er treibt hinter den Kulissen ein doppeltes Spiel und ist Mitglied einer Sabotage-Organisation. Auch seine Frau ist ahnungslos. Doch auch Terror-Profis können nervös werden. Sie schicken den kleinen Bruder von Mrs. Verloc mit einem tickenden Paket vor. Hitchcock widmet sich der Frage nach den Absichten der Menschen, die Terror verbreiten wollen. Ein düsterer, expressionistischer Psychothriller mit hochaktueller Konnotation.
Filmtexte: Thomas Ochs

Ort: Black Box Kino im Filmmuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf
 

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